Auftakt einer neuen Reihe: „Laurentiusgespräche“ mit Volker Bouffier
Presseartikel der Gelnhäuser Neue Zeitung (GNZ)
„Wir erhalten und fördern Kultur“ – das Motto einer gelungenen Premiere, die der Beginn einer neuen Veranstaltungsreihe war, zu der der Förderkreis Laurentia in die Laurentiuskirche eingeladen hatte. Als Gesprächspartner konnte Alexander Weigand den ehemaligen Ministerpräsidenten von Hessen, Volker Bouffier, begrüßen.
„Unsere Kirchen sind seit Jahrhunderten Orte des Glaubens. Aber sie waren auch immer Orte der Begegnung. Orte, an denen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Weltanschauungen ebenso wie Berufen, Problemen und Freuden miteinander ins Gespräch kamen. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft schrill polarisiert und digital geführt werden, möchten wir hier, im ältesten Gebäude, das uns als Biebergemünder miteinander verbindet, in einem neuen Format einen Raum schaffen, für das persönliche Gespräch, respektvoll offen und mit der Bereitschaft zuzuhören. Unsere Laurentiusgespräche sollen Menschen zusammenbringen, die Verantwortung getragen haben oder Verantwortung tragen. In Politik, Kultur, Wissenschaft, Gesellschaft oder Kirche“, erklärte Weigand zu Beginn.
Der erste Gast sei jemand, der über Jahrzehnte die Geschicke Hessens geprägt habe. 1951 in Gießen geboren, Jurist, seit 1970 Mitglied der CDU, Innenminister von 1999 bis 2010, Hessischer Ministerpräsident von 2010 bis 2022, Bundesratspräsident 2014/15, evangelischer Christ, bekannt für seinen pragmatischen Politikstil und seine Fähigkeit zum Ausgleich und er stand in verschiedenen Krisenzeiten – Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Corona-Pandemie, Terroranschlägen und gesellschaftliche Polarisierung – an der Spitze Hessens, zählte Weigand auf.
„Herr Bouffier, wir sind hier in der Laurentiuskirche. Knapp 800 Jahre treffen hier auf uns. Jahrhunderte, in denen bis heute hier Leben in Form einer Taufe, der Bund des Lebens eingegangen und geliebte Menschen zu Grabe getragen werden. Braucht es diese Orte, diese Kirchen in unserer Gesellschaft, um uns im Trubel des Alltags auf das zu besinnen, was uns als Menschen und Gesellschaft ausmacht“, war die erste Frage von Weigand an Bouffier. „Ich finde es gut, dass es Kirchen gibt und der Kirchturm ist eine Orientierung, eine Heimat, ein Ort der Verbundenheit. Es ist gut, dass es sie gibt, dass sie lebendig sind!“
Gesellschaft, Politik und Religion waren die Themen, die in dieser Gesprächsrunde ausgiebig behandelt wurden. Inspirierend waren Bouffiers Ausführungen zu mehr Zuversicht. Persönliche wurde es als Weigand Bouffiers Konfession ansprach. „Sie kommen vom Gießener Land, sind evangelischer Konfession. „Wir feiern in diesem Jahr 500 Jahre Reformation in Hessen. Hand aufs Herz: Warum sind sie so richtig gern evangelisch?“ Die Antwort führte unter anderem in die Kindheit des Ministerpräsidenten a.D. „Evangelisch bin ich, weil mich keiner gefragt hat“, erklärte er schmunzelnd. Er wurde evangelisch getauft, aber sein Opa sei katholisch gewesen. Im evangelischen Kindergottesdienst, in den er geschickt wurde, sei es immer ziemlich langweilig und fad zugegangen, den katholischen Gottesdienst, in den er mit seinem Opa gegangen sei, sei für ihn damals viel spannender gewesen. Am meisten habe ihn aber überzeugt, dass es danach in den Gasthof ging und er ein Schnitzel und eine Bluna bekommen habe.
Inspirierend waren auch Bouffiers Ausführung zu mehr Zuversicht und dank der guten Organisation und professionellen Gesprächsführung von Alexander Weigand wurde es ein lockerer Gesprächsabend bei dem der ehemalige Ministerpräsident über Gesellschaft, Religion, Politik und vieles Weitere sprach bei dem natürlich sein Glaube auch seine politischen Entscheidungen beeinflusst hat. Mit der Fragerunde des Publikums ging eine äußerst interessante Gesprächsrunde zu Ende.
Für die Bewirtung der Gäste hatte der Förderverein Laurentia gesorgt.
„Wir erhalten und fördern Kultur“ – das Motto der Laurentiagespräche dürfte auch in Zukunft dafür stehen, dass noch viele interessante Gesprächsabende an einem besonderen Begegnungsort folgen werden.





